Infothek A&O

Gewinn- und Verlustrechnung

Geschrieben von A&O am .

Periodische Erfolgsrechnung durch Gegenüberstellung der Erträge und Aufwendungen eines bestimmten Abrechnungszeitraums. Sie ist Bestandteil des handelsrechtlichen Jahresabschlusses und muss von jedem Kaufmann zum Jahresende erstellt werden. Der ausgewiesene Periodenerfolg, der Jahresüberschuss oder -fehlbetrag, ist Ausgangsgröße der Gewinnverwendungsrechnung. Bei Anwendung der doppelten Buchführung muss er sich in gleicher Höhe aus der Bilanz ergeben. Für interne Zwecke oder entsprechend den Börsenvorschriften wird die GuV auch bezogen auf innerjährige Zeitabschnitte (Monat, Quartal, Halbjahr) erstellt und ggf. veröffentlicht.

Formal kann die GuV grundsätzlich in Konto- oder Staffelform aufgestellt werden; Kapitalgesellschaften sind gem. § 275 I HGB zur Staffelform verpflichtet. Dabei sind die formellen Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung zu beachten, d.h. insbesondere ein klarer und stetiger Ausweis, wobei Aufwendungen und Erträge gem. § 246 HGB nicht saldiert werden dürfen. Im Hinblick auf die Unterteilung und den Umfang der ausgewiesenen Aufwendungen kann in das Gesamtkostenverfahren und Umsatzkostenverfahren unterschieden werden. Beim Umsatzkostenverfahren werden die Aufwendungen vor allem nach den Bereichen (Funktionen) Herstellung, Verwaltung und Vertrieb unterteilt, während beim Gesamtkostenverfahren primär eine Unterteilung nach den Aufwandsarten Materialaufwand, Personalaufwand und Abschreibungen vorgenommen wird. Der ausgewiesene Umfang der gesamten Aufwendungen unterscheidet sich insofern, als beim Umsatzkostenverfahren als Herstellungskosten nur die Umfänge erfasst werden, die zur Erzielung der Umsatzerlöse angefallen sind, während beim Gesamtkostenverfahren alle in der Periode entstandenen Aufwendungen ausgewiesen werden, allerdings erfolgt in Höhe der Herstellungskosten des Bestandsaufbaus bzw. -abbaus eine Stornierung durch Ausweis einer Bestandserhöhung oder Bestandsminderung. Umsatz- und Gesamtkostenverfahren führen damit - bei gleicher Definition der Herstellungskosten - zu einem gleich hohen Jahresüberschuss/-fehlbetrag.Gem. § 275 HGB ist für Kapitalgesellschaften sowohl das Gesamt- als auch Umsatzkostenverfahren zulässig, wobei für beide Verfahren eine bestimmte Gliederung der Posten vorgegeben wird, allerdings können kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften gem. § 276 HGB bestimmte Posten zusammenfassen. Ferner kann von den Gliederungsschemata abgewichen werden, wenn dadurch die Klarheit der Darstellung verbessert wird. Abweichungen ergeben sich z. B. für Holding-Abschlüsse, da die gesetzlich vorgegebenen Schemata von Produktionsunternehmen ausgehen. Das HGB verlangt nicht zwingend den separaten Ausweis eines betrieblichen und finanzwirtschaftlichen Ergebnisses. Mit Hilfe der Erfolgsspaltung wird in der externen Bilanzanalyse versucht, die Aufwendungen und Erträge entsprechend zuzuordnen.

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