Haben

Geschrieben von A&O am .

Haben ist ein Begriff aus dem kaufmännischen Rechnungswesen und bezeichnet die rechte Seite eines Kontos im Gegensatz zu der linken Soll-Seite. Es handelt sich um einen buchhalterisch-technischen Begriff, der die Seite im Konto bezeichnet. Der Ursprung von Soll und Haben wird von Dr. Balduin Penndorf in seinem Buch "Abhandlung über die Buchhaltung" wie folgt erklärt:

"Dem Kontentitel folgte das Soll und das Haben, das deve dare - deve avere (soll geben - soll haben). Später fiel auf beiden Seiten das deve (Soll) weg, so daß in Italien nur dare und avere (Geben und Haben) übrig blieben; während in Deutschland links das Geben und rechts das Soll wegfiel, so daß wir heute in Deutschland Soll und Haben anwenden." [1]

Für jedes Konto ist durch die Buchungslogik der doppelten Buchführung festgelegt, wann es „im Haben“ bebucht wird:

  • Auf einem Erfolgskonto bedeutet die Buchung im Haben einen Ertrag.
  • Auf einem aktiven Bestandskonto werden im Haben Abgänge gebucht (so wird zum Beispiel beim Verkauf eines Fahrzeuges das Konto „Fuhrpark“ im Haben bebucht).
  • Auf einem passiven Bestandskonto zeigt eine Haben-Buchung dagegen einen Zugang an (zum Beispiel den Zugang einer Verbindlichkeit in Form einer Eingangsrechnung).

Es kann zwar grundsätzlich jedes Konto auf beiden Seiten bebucht werden. Der Differenzbetrag aller Buchungen zwischen linker und rechter Seite, bzw. zwischen Soll und Haben, der Saldo, muss sich jedoch beim Kontenabschluss auf der richtigen Seite befinden. Ein Habensaldo ist nur auf Ertragskonten und auf passiven Bestandskonten zulässig. Ein aktives Bestandskonto mit einem Habensaldo ist nicht möglich (man kann beispielsweise nicht Fahrzeuge mit einem Wert von weniger als Null Euro besitzen). Ebenso wenig sind Aufwandskonten mit Habensalden zulässig und zeigen Buchungsfehler an.

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